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Der zerbrochne Krug

Lustspiel von Heinrich von Kleist 

Stückdauer: 1 Std., 40 MIn.

Dorfrichter Adam steht morgens auf – und wird auf dem falschen Fuß erwischt: Gerichtsrat Walter will seine Amtsführung unter die Lupe nehmen. Da Gerichtstag ist, bleibt Adam nichts anderes übrig, als die Kläger ein- und den Dingen ihren turbulenten Lauf zu lassen. Bald schon steht Adam vor einem Scherbenhaufen. Denn Marthe Rull hat ihre Tochter Eve, deren Verlobten Ruprecht und einen zerbrochenen Krug mitgebracht – dem sie zu seinem Recht verhelfen will. Doch dass Recht und Gerechtigkeit zuweilen weit auseinander liegen, weiß auch der Richter, der über eine Tat richten soll, deren wahren Schuldigen niemand besser kennt als er selbst...

In seiner Komödie DER ZERBROCHNE KRUG, entstanden vor dem Hintergrund der napoleonischen Umwälzungen, lässt Kleist alte und neue, private und offizielle Rechtsauffassungen aufeinanderprallen und zeigt, dass vor dem Gesetz zwar alle gleich, manche aber gleicher sind.

Regisseurin Mareike Mikat, wie Kleist in Frankfurt/Oder geboren, wurde in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ mehrfach als „Nachwuchsregisseurin des Jahres“ nominiert und ihre Arbeiten wurden zu Festivals wie „Radikal jung“ eingeladen. Unter Sebastian Hartmann leitete sie die Leipziger Spielstätte Skala. Sie war Hausregisseurin am Thalia Theater Halle und arbeitete u. a. an den Staatstheatern in Stuttgart, Braunschweig, Kassel und Karlsruhe, am Theater Bielefeld, am Volkstheater München sowie an der Volksbühne, am Maxim Gorki Theater und am Ballhaus Ost in Berlin. Mareike Mikat inszeniert erstmals in Schwerin.

ZUM LETZTEN MAL am Samstag, den 11. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus

Inszenierung Mareike Mikat
Ausstattung Bernd Schneider
Dramaturgie Jenny Flügge
Mit:
Adam, Dorfrichter Martin Neuhaus
Walter, Gerichtsrat Robert Höller
 
Licht, Schreiber Axel Sichrovsky
Frau Marthe Rull Anja Werner
Ruprecht/ein Bedienter Janis Kuhnt
Eve, ihre Tochter Stella Hinrichs
Veit Tümpel/Frau Brigitte Sebastian Reusse

„ Schon der erste Auftritt des Dorfrichters weist darauf hin, dass die Inszenierung von Mareike Mikat mit dem Wort konventionell eher nicht zu beschreiben ist. … Vielleicht beschrieb ja die Zuschauerin, die nach dem stürmischen Applaus das Theater verließ, diese Inszenierung am besten, als sie ihrem Begleiter zuflüsterte: „Krawumm, Zisch“, „wiuwitsch“, und wohl die Comic und Slapstick-Ästhetik des Abends meinte. … [Es] wird viel gestolpert und gestürzt. Allen voran Robert Höller als Gerichtsrat Walter mit artistischen Glanznummern. Während der Adam von Martin Neuhaus ein eher gutmütiger, knuddeliger Dorfrichter ist … der im Grunde gar nicht so recht weiß, wie ihm im Laufe dieses von Kleist so raffiniert komponierten Kriminallustspiels geschieht. Schreiber Licht dagegen, ein blitzgescheiter, hellwach alles und jeden beobachtender Karrierist, lauert in jeder Sekunde auf seine Chance. Anja Werner als gewitzte, von ihrer Sache bis ins ehrliche Herz überzeugte Marthe Rull bewies einmal mehr, wie wohltuend gerade in so einem pointiert geschriebenen Stück solide Sprechkultur sein kann. “

27.09.2016, Schweriner Volkszeitung, Holger Kankel

„ Dass die Komödie am Ende gar nicht mehr lustig ist, wenn die junge Eve (Stella Hinrichs), das Objekt der Begierde, auspackt mit ausführlichem, groß und berührend erzähltem Bericht ihrer – versuchten – Nötigung/Vergewaltigung durch Dorfrichter Adam, gehört ebenso zu den Stärken des Abends wie die zuvor mit kräftiger Lust am intelligenten Slapstick inszenierte Geschichte von der misslingenden Vertuschung dieses Übergriffs … Eine runde Sache das Ganze. “

27.09.2016, Ostsee-Zeitung, Dietrich Pätzold

„ Das schönste kommt nach etwa siebzig Minuten. Da tritt Robert Höller für ein kurzes Intermezzo aus seiner Rolle als Gerichtsrat Walter heraus und rein in eine nonchalante Publikumsbespielung: Wie es um die „kriminelle Struktur“ im Saal bestellt sei, fragt er. … „Ich bin ja neu hier“, extemporiert Höller. „Ich dachte mir schon, in Schwerin geht alles mit rechten Dingen zu.“ Lachen schwillt an. Das „rechte Dinge“ war seltsam zweideutig betont. … Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochne Krug“ eignet sich fraglos für eine solche Politisierung. Als politische Parabel aufgefasst, gibt der richtend-gerichtete Missetäter Adam den Blick frei auf Macht (und Willkür) der Instanzen, auf ein Grundgefühl instabiler Ordnung. … Leider steht Regisseurin Mareike Mikat abseits der kleinen Stand-up-Publikumsbefragung von Robert Höller der Sinn eher nach Popanz denn nach Politik. … Alle stolpern und taumeln und stürzen mit Wonne über die schiefen Ebenen, die Ausstatter Bernd Schneider vor den Eisernen Vorhang des Staatstheaters gezimmert hat. “

„ Nach den drei Inszenierungen dieses Theatermarathons – „Faust“, „Hundeherz“ und „Der zerbrochne Krug“ – lässt sich vorerst konstatieren, dass das neue Schauspielensemble mit vielerlei künstlerischen Handschriften auf dem Weg ist, sich ein vielleicht auch neues, jüngeres Publikum zu erobern. Im Osten nichts Neues? Demnächst mehr in diesem Theater. “

27.09.2016, Schweriner Volkszeitung, Holger Kankel

Der zerbrochne Krug

Lustspiel von Heinrich von Kleist 

Inszenierung Mareike Mikat
Ausstattung Bernd Schneider
Dramaturgie Jenny Flügge
Mit:
Adam, Dorfrichter Martin Neuhaus
Walter, Gerichtsrat Robert Höller
 
Licht, Schreiber Axel Sichrovsky
Frau Marthe Rull Anja Werner
Ruprecht/ein Bedienter Janis Kuhnt
Eve, ihre Tochter Stella Hinrichs
Veit Tümpel/Frau Brigitte Sebastian Reusse

Dorfrichter Adam steht morgens auf – und wird auf dem falschen Fuß erwischt: Gerichtsrat Walter will seine Amtsführung unter die Lupe nehmen. Da Gerichtstag ist, bleibt Adam nichts anderes übrig, als die Kläger ein- und den Dingen ihren turbulenten Lauf zu lassen. Bald schon steht Adam vor einem Scherbenhaufen. Denn Marthe Rull hat ihre Tochter Eve, deren Verlobten Ruprecht und einen zerbrochenen Krug mitgebracht – dem sie zu seinem Recht verhelfen will. Doch dass Recht und Gerechtigkeit zuweilen weit auseinander liegen, weiß auch der Richter, der über eine Tat richten soll, deren wahren Schuldigen niemand besser kennt als er selbst...

In seiner Komödie DER ZERBROCHNE KRUG, entstanden vor dem Hintergrund der napoleonischen Umwälzungen, lässt Kleist alte und neue, private und offizielle Rechtsauffassungen aufeinanderprallen und zeigt, dass vor dem Gesetz zwar alle gleich, manche aber gleicher sind.

Regisseurin Mareike Mikat, wie Kleist in Frankfurt/Oder geboren, wurde in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ mehrfach als „Nachwuchsregisseurin des Jahres“ nominiert und ihre Arbeiten wurden zu Festivals wie „Radikal jung“ eingeladen. Unter Sebastian Hartmann leitete sie die Leipziger Spielstätte Skala. Sie war Hausregisseurin am Thalia Theater Halle und arbeitete u. a. an den Staatstheatern in Stuttgart, Braunschweig, Kassel und Karlsruhe, am Theater Bielefeld, am Volkstheater München sowie an der Volksbühne, am Maxim Gorki Theater und am Ballhaus Ost in Berlin. Mareike Mikat inszeniert erstmals in Schwerin.

ZUM LETZTEN MAL am Samstag, den 11. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus

Stückdauer: 1 Std., 40 MIn.

Schon der erste Auftritt des Dorfrichters weist darauf hin, dass die Inszenierung von Mareike Mikat mit dem Wort konventionell eher nicht zu beschreiben ist. … Vielleicht beschrieb ja die Zuschauerin, die nach dem stürmischen Applaus das Theater verließ, diese Inszenierung am besten, als sie ihrem Begleiter zuflüsterte: „Krawumm, Zisch“, „wiuwitsch“, und wohl die Comic und Slapstick-Ästhetik des Abends meinte. … [Es] wird viel gestolpert und gestürzt. Allen voran Robert Höller als Gerichtsrat Walter mit artistischen Glanznummern. Während der Adam von Martin Neuhaus ein eher gutmütiger, knuddeliger Dorfrichter ist … der im Grunde gar nicht so recht weiß, wie ihm im Laufe dieses von Kleist so raffiniert komponierten Kriminallustspiels geschieht. Schreiber Licht dagegen, ein blitzgescheiter, hellwach alles und jeden beobachtender Karrierist, lauert in jeder Sekunde auf seine Chance. Anja Werner als gewitzte, von ihrer Sache bis ins ehrliche Herz überzeugte Marthe Rull bewies einmal mehr, wie wohltuend gerade in so einem pointiert geschriebenen Stück solide Sprechkultur sein kann.

27.09.2016, Schweriner Volkszeitung, Holger Kankel

Dass die Komödie am Ende gar nicht mehr lustig ist, wenn die junge Eve (Stella Hinrichs), das Objekt der Begierde, auspackt mit ausführlichem, groß und berührend erzähltem Bericht ihrer – versuchten – Nötigung/Vergewaltigung durch Dorfrichter Adam, gehört ebenso zu den Stärken des Abends wie die zuvor mit kräftiger Lust am intelligenten Slapstick inszenierte Geschichte von der misslingenden Vertuschung dieses Übergriffs … Eine runde Sache das Ganze.

27.09.2016, Ostsee-Zeitung, Dietrich Pätzold

Das schönste kommt nach etwa siebzig Minuten. Da tritt Robert Höller für ein kurzes Intermezzo aus seiner Rolle als Gerichtsrat Walter heraus und rein in eine nonchalante Publikumsbespielung: Wie es um die „kriminelle Struktur“ im Saal bestellt sei, fragt er. … „Ich bin ja neu hier“, extemporiert Höller. „Ich dachte mir schon, in Schwerin geht alles mit rechten Dingen zu.“ Lachen schwillt an. Das „rechte Dinge“ war seltsam zweideutig betont. … Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochne Krug“ eignet sich fraglos für eine solche Politisierung. Als politische Parabel aufgefasst, gibt der richtend-gerichtete Missetäter Adam den Blick frei auf Macht (und Willkür) der Instanzen, auf ein Grundgefühl instabiler Ordnung. … Leider steht Regisseurin Mareike Mikat abseits der kleinen Stand-up-Publikumsbefragung von Robert Höller der Sinn eher nach Popanz denn nach Politik. … Alle stolpern und taumeln und stürzen mit Wonne über die schiefen Ebenen, die Ausstatter Bernd Schneider vor den Eisernen Vorhang des Staatstheaters gezimmert hat.

Nach den drei Inszenierungen dieses Theatermarathons – „Faust“, „Hundeherz“ und „Der zerbrochne Krug“ – lässt sich vorerst konstatieren, dass das neue Schauspielensemble mit vielerlei künstlerischen Handschriften auf dem Weg ist, sich ein vielleicht auch neues, jüngeres Publikum zu erobern. Im Osten nichts Neues? Demnächst mehr in diesem Theater.

27.09.2016, Schweriner Volkszeitung, Holger Kankel