Rasseln, Zirpen, Zwitschern, Klingen!

Theater für Kleinkinder? Das geht! Musikvermittlerin Anna Bertram über ein Stück, das die Allerkleinsten zum spielerischen Entdecken von Klang und Musik einlädt und damit den Kindern und ihren Familien eine besondere Zeit beschert.

 

Theater für Kleinkinder – kann das überhaupt funktionieren? Können Kinder im Alter unter drei Jahren schon ein Theaterstück sehen und verstehen?
Selbstverständlich ist Theater für die Allerkleinsten auch immer ein Angebot an die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Sobald ein Kind geboren wird, sind junge Eltern oft von kulturellen Veranstaltungen ausgeschlossen, wenn sie keine Betreuung haben. Daher ist das Theater für die Allerkleinsten eine wichtige Möglichkeit kultureller Teilhabe verbunden mit dem gemeinsamen Theatererlebnis. Hier steht das Publikum ganz im Mittelpunkt der Inszenierung: der jungen Familie oder Enkelkindern und Großeltern wird gemeinsame Zeit geschenkt, die noch lange im Gedächtnis bleibt.


In dem Stück Was raschelt da? werden vor allem zwei Sinne angesprochen, das Hören und das Sehen. Die Kinder entdecken gemeinsam mit der Hauptfigur, einem Fuchs, dargestellt von einer Schauspielerin mit einer Handpuppe, welche Tiere außer ihm noch im Wald leben. Sie sehen sechs heimische Tiere auf liebevoll gestalteten, großformatigen Bildern und hören, welche Geräusche diese Tiere machen. Dazu kommt Musik vom Klavier und von einem Glockenspiel. In kindgerechter Sprache nimmt der Fuchs die Kinder mit durch den Wald und ist auf dem gleichen Wissensstand wie sie.


Auf der gesamten Bühnenfläche sind die Tiere versteckt. Der Fuchs findet sie dadurch, dass er auf ihre Geräusche lauscht und ihnen so immer näherkommt. Die Kinder lauschen mit. Sie sehen, woher die Geräusche kommen und verknüpfen sie mit dem passenden Tier.

Es ist, als ob man der Hauptfigur aus einem Bilderbuch zusehen und zuhören kann, wie sie ihre Umgebung entdeckt.


Satzmuster wiederholen sich, die Tiere werden immer wieder aufgezählt und der neugierige Fuchs schleicht, tanzt und fliegt durch den Wald.

Alles ist umrahmt von der Musik, die live vor Ort gespielt wird. Das ist für viele Kinder ein Erstkontakt mit Musikinstrumenten.

 

Zu dem Stück, welches etwa 20 Minuten dauert, gehört eine angeleitete Spielphase für die Kinder. Hier können sie selbst Klänge und Geräusche erzeugen und der ganze Raum wird mit Klängen gefüllt: rasseln, zirpen, zwitschern und klingen.

Und um auf die Frage vom Anfang zurück zu kommen: Ja, Kinder in diesem Alter können schon Theaterstücke sehen und verstehen, wenn sie ganz auf sie zugeschnitten sind. Sie können sich von liebenswerten Figuren und Klängen verzaubern lassen und mit allen Sinnen eine Geschichte erleben, in sie eintauchen.

 

Veröffentlicht im Januar 2022
Ein Fuchs-Stofftier, das im Zentrum der Geschichte steht. © Silke Winkler

Krümelbühne: Was raschelt da?

Eine musikalische Geschichte für die Allerkleinsten im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren

 

Die Krümelbühne ist auch mobil und nach Absprache sind auch Vorstellungen in Ihrer Einrichtung möglich, trotz Aussetzung des Spielbetriebs im Theater.
Anfragen richten Sie bitte an Tina Koball, koball@mecklenburgisches-staatstheater.de
0385 53 00-144

Der Fuchs im Stück "Was raschelt da?", als Handpuppe gespielt von Theaterpädagogin Ronja Kindler. © Silke Winkler
Ausschnitt aus dem Stück: Der Fuchs entdeckt die summende Biene. © Silke Winkler

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