Kein Hüsung

Schauspiel nach einem Versepos von Fritz Reuter 
Für die Bühne bearbeitet von Ulrike Stern und Bernd Reiner Krieger 

Mit einer Inszenierung eines der bedeutendsten Werke der niederdeutschen Literatur feiert die Fritz-Reuter-Bühne ihr 90-jähriges Bestehen. Weder Fritz Reuter noch sein Vater, Bürgermeister und Stadtrichter der Kleinstadt Stavenhagen von 1808 bis 1845, hätten sich wohl jemals träumen lassen, dass der Sohn 200 Jahre später immer noch einen Namen in Mecklenburg und darüber hinaus haben würde. Im Gegenteil: seine Karriereaussichten waren mehr als schlecht. Als Schüler interessierte er sich nur für das Turnen und wollte Maler werden, als Student versagte er im Jurastudium und wurde dann auch noch wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen und Majestätsbeleidigung“ verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde auf 30 Jahre Haft abgemildert, von denen Reuter bis zu seiner Begnadigung sieben Jahre in verschiedenen Festungen verbrachte. Und doch führten all seine Erfahrungen dazu, dass Reuter mit genauem Blick und scharfem Verstand die Menschen und Verhältnisse seiner Umgebung beobachtete und beschrieb. „Ich habe sehr kämpfen und streiten müssen, und wenn einer Augen hat zu sehen, so wird er zwischen den Zeilen meiner Schreibereien herauslesen müssen, dass ich immer Farbe gehalten habe und dass die Ideen, die den jungen Kopf beinahe unter das Beil gebracht hätten, noch in dem alten fortspuken.“, schrieb er in einem Brief 1864.
 
Diese Ideen, dieses Gedankengut von Freiheit und Deutschlands Einigkeit, vom Abschied von den mittelalterlichen sozialen Verhältnissen, sind auch die Triebkraft von Reuters „liebstem Kind“: dem Versepos Kein Hüsung. Reuter beschreibt das Mecklenburg des 19. Jahrhunderts: Willkür, soziale Ungerechtigkeit, Perspektivlosigkeit und das daraus resultierende Leid der armen Bevölkerung auf dem Lande am Beispiel von Marik und Jehann. Der Knecht Jehann will seine große Liebe Marik heiraten, die von ihm schwanger ist. Doch dafür muss ihm sein Herr eine Wohnung zuweisen, ihm „Hüsung“ geben, was dieser aus fadenscheinigen Gründen verweigert. Die Auswanderung nach Amerika scheint der einzige Weg, Demütigung und Schande zu entgehen, aber aus dem bewussten Schritt in die Freiheit wird eine todbringende Flucht. 
Inszenierung Bernd Reiner Krieger
Bühnenbild Michael Goden
Kostüme Giselher Pilz
Mit:
Jehann Schütt, Erzähler Andreas Auer
Marik Brand Stefanie Fromm
 
Inspektor Brümmer Bernhard A. Wessels
Oll Brand Rudolf Korf
Oll Daniel Klaus Engeroff
Lütt Jehann Tim Runow / Jonathan Schmidt
Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters

Kein Hüsung

Schauspiel nach einem Versepos von Fritz Reuter 
Für die Bühne bearbeitet von Ulrike Stern und Bernd Reiner Krieger 

Inszenierung Bernd Reiner Krieger
Bühnenbild Michael Goden
Kostüme Giselher Pilz
Mit:
Jehann Schütt, Erzähler Andreas Auer
Marik Brand Stefanie Fromm
 
Inspektor Brümmer Bernhard A. Wessels
Oll Brand Rudolf Korf
Oll Daniel Klaus Engeroff
Lütt Jehann Tim Runow / Jonathan Schmidt
Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters
Mit einer Inszenierung eines der bedeutendsten Werke der niederdeutschen Literatur feiert die Fritz-Reuter-Bühne ihr 90-jähriges Bestehen. Weder Fritz Reuter noch sein Vater, Bürgermeister und Stadtrichter der Kleinstadt Stavenhagen von 1808 bis 1845, hätten sich wohl jemals träumen lassen, dass der Sohn 200 Jahre später immer noch einen Namen in Mecklenburg und darüber hinaus haben würde. Im Gegenteil: seine Karriereaussichten waren mehr als schlecht. Als Schüler interessierte er sich nur für das Turnen und wollte Maler werden, als Student versagte er im Jurastudium und wurde dann auch noch wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen und Majestätsbeleidigung“ verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde auf 30 Jahre Haft abgemildert, von denen Reuter bis zu seiner Begnadigung sieben Jahre in verschiedenen Festungen verbrachte. Und doch führten all seine Erfahrungen dazu, dass Reuter mit genauem Blick und scharfem Verstand die Menschen und Verhältnisse seiner Umgebung beobachtete und beschrieb. „Ich habe sehr kämpfen und streiten müssen, und wenn einer Augen hat zu sehen, so wird er zwischen den Zeilen meiner Schreibereien herauslesen müssen, dass ich immer Farbe gehalten habe und dass die Ideen, die den jungen Kopf beinahe unter das Beil gebracht hätten, noch in dem alten fortspuken.“, schrieb er in einem Brief 1864.
 
Diese Ideen, dieses Gedankengut von Freiheit und Deutschlands Einigkeit, vom Abschied von den mittelalterlichen sozialen Verhältnissen, sind auch die Triebkraft von Reuters „liebstem Kind“: dem Versepos Kein Hüsung. Reuter beschreibt das Mecklenburg des 19. Jahrhunderts: Willkür, soziale Ungerechtigkeit, Perspektivlosigkeit und das daraus resultierende Leid der armen Bevölkerung auf dem Lande am Beispiel von Marik und Jehann. Der Knecht Jehann will seine große Liebe Marik heiraten, die von ihm schwanger ist. Doch dafür muss ihm sein Herr eine Wohnung zuweisen, ihm „Hüsung“ geben, was dieser aus fadenscheinigen Gründen verweigert. Die Auswanderung nach Amerika scheint der einzige Weg, Demütigung und Schande zu entgehen, aber aus dem bewussten Schritt in die Freiheit wird eine todbringende Flucht. 
Stückdauer: 2 Std., 20 Min. , eine Pause